Lohnt sich mein Geschäft?

Seminar drehte sich um Planung, Kalkulation und Marketing

“Lohnt sich mein Geschäft oder bin ich vielleicht schon pleite?”

Diese provokante Frage begleitete einen Tag lang die Teilnehmer eines speziellen Seminars, das die Akademie für Textilveredelung in Aschaffenburg organisiert hatte. In den Räumen des dortigen ZEGO Textilveredelungszentrums gaben drei Branchenkenner ihr betriebswirtschaftliches Wissen weiter.

Der Bogen spannte sich von den Themen Marketing und Kommunikation über das passende Warenwirtschaftssystem bis hin zu einer realistischen Kalkulation im eigenen Betrieb.

Zunächst führt André Stemmermann (S2|Stemmermann Brand & Business Development) in das Thema Marketing ein. In einem Markt, bei dem ein Überangebot an Labels herrsche, der Großhandel etwas 90 Prozent aller Labels vertreibe und damit bis zu 10.000 Anbieter beliefere, müssten sich Unternehmen klar über die eigene Ausrichtung und Positionierung im Markt werden. Etwas, in welchen Aspekten sich der eigenen Betrieb von den Mitbewerbern unterscheide? Auch die Zielgruppe müsse geklärt werden, um das Angebot an Marken, Produkten und Dienstleistungen darauf richtig auszurichten zu können. Statt sich allerdings zu spezialisieren, gehe der Großteil den gleichen Weg und verschärfe dabei sogar den Preisdruck. Nach Einschätzungen Stemmermannns werden langfristig nur die jeweiligen Preisführer oder Spezialisten in der Nische überleben. Die Mitte wird seiner Ansicht nach verschwinden. Im Anschluss ging der Diplom-Betriebswirt (FH) auf mögliche Stellschrauben ein, mit denen Unternehmen ihre aktuelle Situation verbessern können. Beispiele seien richtige Werbung, Kommunikation, eine Kunden- und Umsatzanalyse sowie Online-Marketing mit Hilfe von Homepage und Social Media sowie die Digitalisierung der Produktionsabläufe inklusive Online-Shop.

Eine Möglichkeit für eine effizientere Verwaltung der Arbeitsabläufe stellte Eduard A. Schreiber im Anschluss vor. Mit Hile seines speziell für Werbemittelhändler und Veredler entwickelten Warenwirtschaftssystems “Phileas” können Produktionen geplant, Veredelungen und Sonderproduktionen kalkuliert und Angebot, Aufträge und auch Bestellungen auf Knopfdruck erstellt werden.
Zum Abschluss des Tagesseminars wurde an dann “praktisch”: Markus John, Inhaber des Frankfurter Unternehmens CAPZ, liet die Teilnehmer einen fiktiven Betrieb durchkalkulieren. Dabei wurde klar, dass zunächst einmal die genauen Ausgaben bekannt sein müssen. Darunter fallen neben Gehältern, Kosten für Fremdleistungen, Miete, Nebenkosten, Versicherungen, IT, Steuerberater und Werbung noch viele weitere Ausgaben wie twas Raten für Maschinen. Wichtigste Erkenntnis: Es ist ratsam, sich über die tatsächlichen Ausgaben im Klaren zu sein. Denn: das ermittelte Defizit besteht, ohne das auch nur ein einziges Textil veredelt oder verkauft wurde. In der Seminarrunde erhöhten sich die Stundenkosten beim fiktiven Beispiel etwa allein durch die feststehenden Ausgaben um einen mittleren zweistelligen Euro-Betrag.

www.eshochzwei.de

www.phileas.biz

www.capz.de

www.aka-tex.de

www.zego-tvz.com