Steuerliche Behandlung von Werbeartikeln

Unaufhaltsam gewinnt die Relevanz von Werbeartikeln an Bedeutung. Zu Recht schwört die Wirtschaft auf die exzellente Werbewirksamkeit. Der Fiskus setzt Werbeartikel – zu Unrecht? – Geschenken gleich, weil der Empfänger nichts dafür zahlen
muss. Deshalb werden die Werbeartikel im nachfolgenden Beitrag auch als Werbegeschenke
bezeichnet.
„Geschenke“ kann das schenkende Unternehmen nur eingeschränkt als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Außerdem kann es passieren, dass Vater Staat vom Empfänger für die erhaltene „Bereicherung“ extra Steuern verlangt – die entweder er oder das schenkende Unternehmen bezahlen müssen.

Steuerliche Behandlung von Werbeartikeln

Ungewollt (S)teuer kann die Werbung so werden. „Meckern“ allein über den Sinn oder Unsinn der steuerlichen Regelungen hilft nichts. Der Beitrag zeigt, was man aktiv dagegen tun kann, auch noch dem Fiskus etwas zu schenken.

Die konkreten steuerlichen Folgen, die Werbeartikel auslösen können, hängen davon ab, welcher Werbeartikel an wen und warum „geschenkt“ wird. Übergreifend können Werbeartikel aber zu folgenden steuerlichen Auswirkungen beim Schenker
beziehungsweise Beschenkten führen:

Steuerliche Behandlung von Werbeartikeln

Checkliste für den Werbetreibenden:

Worauf sollte der Schenker von Werbemitteln unbedingt achten

Quelle: PSI Wissen Kompakt “Steuerliche Behandlung von Werbeartikeln”

1. Werbeartikel beim Einkauf richtig verbuchen:

  • Geschenke bis 35 EURO (abziehbar mit Aufzeichnungspflichten)
  • Geschenke über 35 EURO (nicht abziehbar)
  • Streuwerbeartikel (abziehbar ohne Empfängerangaben, Betrag mit Finanzamt abklären)
  • Nur betrieblich nutzbare Geschenke oder Zugaben (abziehbar ohne Empfängerangaben, Betrag unbegrenzt)

2. Bei Geschenken knapp an der 35-Euro-Grenze  sollte auf eine genaue Kostenzuordnung geachtet werden, evtl. Rechnung mit Händler abstimmen.

3. Pro Kunde dürfen Sie pro Jahr nicht mehr als 35 EURO ausgeben, mehrere Geschenke an einen Empfänger müssen Sie zusammenrechnen.

4. Abzug der Vorsteuer aus der Anschaffung prüfen, positiv bei Abziehbarkeit des Werbeartikels als Betriebsausgabe (unter 35 EURO, Aufzeichnungspflichten erfüllen).

5. Keine Umsatzsteuer auf den Vorgang der Schenkung, wenn die 35-EURO-Grenze eingehalten ist.

6. Weitergabe von Werbegeschenke an Arbeitnehmer oder Freunde beziehungsweise Angehörige aussondern.

7. Sicherstellen, dass sich die Empfängerdaten aus den Buchhaltungsunterlagen
oder sonstigen Geschäftsakten ersehen lassen
(z. B. anhand von Versandlisten, Gästelisten bei Veranstaltungen,
Kundendateien).

8. Bei „Streuwerbung von geringem Wert“ mit Finanzamt Grenzwert
abstimmen, bis zu dem auf detaillierte Empfängerdaten verzichtet
wird (meist bis zu 10 Euro, ohne Garantie dafür!).

9. Bei Werbegeschenken an Geschäftskunden mit einem Wert über
10 Euro Empfänger darauf hinweisen, dass er es als Betriebseinnahme
erfassen und versteuern müsste. In diesem Fall Wert des
Werbeartikels angeben.

10. Für Werbegeschenke an Geschäftskunden kann der Werbetreibende
deren Steuer pauschal übernehmen. Das kostet etwas mehr
als 30 Prozent extra. Diese Entscheidung sorgfältig prüfen, sie
gilt für sämtliche Werbeartikel und Geschenke und kann nicht
beschränkt werden.

11. Bei Übernahme der Pauschalsteuer den Empfänger schriftlich darauf
hinweisen. Die Übernahme kann dann nicht mehr widerrufen
werden.

12. Werbegeschenke an private Empfänger sind bei diesen in der Regel
ohne steuerliche Folgen bzw. Pflichten.

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Quelle: PSI Wissen kompakt “Steuerliche Behandlung von Werbeartikeln”